Sie erfüllt den Raum mit Worten voller Gefühl und geistigem Verständnis, und berührt auch unsere Seelen wenn sie handfest fragt: „Martinus, du hast heute bei Tisch gesagt, wenn du noch   mal freien würdest, dann wolltest du dir ein Weib aus Stein hauen, sonst müsstest du am Gehorsam aller Weiber verzweifeln. Hatte es denn mit den Gelübden nicht ein Ende, als ich das Kloster verließ?“

Als lebenskluge und praktische Frau, die einen großen Haushalt zu führen hatte, gestattet sie uns einen Blick in das auch amüsante Alltagsgeschehen bei Luthers: „Ich habe euch einen Tee zubereitet, der ist gut gegen die Unlust. Achillea Millefolium, die gemeine Schafgarbe… trink, solange der Trunk warm ist, damit deine Unlust uns nicht alle ansteckt. Die schlimmste Krankheit ist die Unlust, und ich dulde sie nicht unter unserem Dach… Trink! Freu´ dich! Spring fröhlich! Du wirst dick, du frisst zuviel in dich hinein, alle deine Plagen schiebst du auf den Teufel, aber heute Mittag hast du einfach zuviel vom Kohl gegessen!“

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  Blick in die Lutherstube